GESCHICHTE

Dag Hammarskjöld - Ein Leben für den Frieden

Dag Hammarskjöld wurde am 29. Juli 1905 in der Villa Liljeholmen am Vätternsee in Schweden geboren.

Er war der Jüngste von drei Brüdern. Zu seiner Mutter, Agnes Almquist Hammarskjöld, hatte Dag eine sehr starke emotionale Bindung. Sein Vater, Hjalmar Hammarskjöld, Oberhaupt einer alten schwedischen Adelsfamilie, wohnte im Schloss der Wasas in Uppsala. Er war ein angesehener schwedischer Politiker, der durch seine Erfahrung seinem Sohn Dag sehr viel vermitteln konnte.

Dag Hammarskjöld verbrachte seine Kindheit in Uppsala, wo er in den Türmen des alten Schlosses und auf den Wiesen des Landsitzes der Hammarskjölds spielte. Im Februar 1923 bestand Dag als Siebzehnjähriger die Reifeprüfung mit einem Abschlusszeugnis mit acht Einsen.

Nach der Reifeprüfung studierte er Literaturgeschichte, Philosophische Erkenntnistheorie, Französisch und Nationalökonomie. Nach dem ersten Examen setzte Dag Hammarskjöld das Studium der Nationalökonomie fort und erwarb das Examen nach eineinhalb Jahren. 1930 zogen Dags Eltern nach Stockholm und er besuchte die dortige Universität.

Im gleichen Jahr noch erhielt Dag Hammarsköld seinen ersten offiziellen Auftrag. Er wurde Sekretär der Arbeitslosenkommission der schwedischen Regierung. 1932 wurde Dag Assistent im Finanzministerium und 1935 Sekretär der schwedischen Reichsbank. Dort lernte er die Praxis der Reichsbank kennen. Schon 1941 wurde Dag Hammarskjöld Präsident des Direktoriums der Reichsbank, und damit nahm der Staatssekretär im Finanzministerium gleichzeitig die höchste Stellung in der ältesten Notenbank der Welt ein. 1945 trat Hammarskjöld als Staatssekretär im Finanzministerium, 1948 als Präsident des Reichsbankdirektoriums zurück, denn inzwischen wurde er von anderen Tätigkeiten stark in Anspruch genommen.

Er war Schwedens Hauptdelegierter bei der OEEC (Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit) und seit 1946 Gesandter und Finanzsachverständiger im Außenministerium. 1949 wurde Dag Hammarskjöld Kabinettssekretär und 1952 stellvertretender Außenminister. 1953 schließlich wurde er zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt.

Bei der Abstimmung am 31. März 1953 betrug das Stimmenverhältnis im Sicherheitsrat, dem außer den fünf ständigen Mitgliedern sechs gewählte Mitglieder angehörten, zehn zu null für Dag Hammarskjöld bei einer Stimmenthaltung.

Die Aufgaben von Dag Hammarskjöld als Generalsekretär bestanden darin, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen. Gemäß der UN-Charta hatten sich alle Mitglieder verpflichtet, die internationale Stellung des Generalsekretärs zu respektieren und ihn bevollmächtigt, den Sicherheitsrat auf jeden Vorgang hinzuweisen, der nach seiner Ansicht den Frieden und die Sicherheit der Welt gefährden könnte.

Sein ganzes Leben war Dag Hammarskjöld von einer immensen "Arbeitswut" besessen, die sich auch auf seine Mitarbeiter übertrug. Trotz seiner aufreibenden Arbeit folgte Hammarskjöld den anstrengenden Verhandlungen und Vorgängen aufmerksam und geistesgegenwärtig.

1960 begann die Kongokrise. Sie war für Dag die letzte Aufgabe vor seinem tödlichen Unfall. Sie war zugleich die größte Kraftprobe der Vereinten Nationen.

Am 12. September 1961 flog Hammarskjöld in den Kongo. Fünf Tage zogen sich die Verhandlungen hin; die Krise hatte sich zugespitzt. Die Provinz Katanga widersetzte sich den Forderungen der UN. Sie forderten den Abzug der Söldner verschiedener Nationalitäten aus ihrem Land. Doch Hammarskjöld vereinbarte ein Treffen mit Tschombé, dem Anführer der Provinz Katanga , auf neutralem Boden, im südrhodesischen Ndola.

Am 17. September 1961 verließ Dag Hammarskjöld Leopoldville mit der schwedischen Tranair-Maschine SE-BDY, einer von der UN gecharterten DC-6B.

Am Montag, dem 18. September 1961, wurde das Flugzeug, mit dem Hammarskjöld abgeflogen war, vermisst. Kurz darauf stand fest, dass es etwa zehn Kilometer von Ndola entfernt abgestützt war. Man fand Hammarskjölds Leiche in der Nähe des Wracks. Seine Leibwächter, seine Sekretärin, fünf UN-Beamte, zwei schwedische Soldaten und die fünf Mann Besatzung fanden mit ihm den Tod.

Im Frühjahr 1962 gab eine von der UN-Vollversammlung eingesetzte Untersuchungskommission bekannt, dass die Ursache der Katastrophe nicht mehr zu klären sei. In nichtamtlichen Berichten wurde Mord und Sabotage vermutet.

In seiner Gedenkrede sagte der amerikanische Präsident John F. Kennedy: "Dag Hammarskjöld hat durch die UN sein ganzes tägliches Schaffen der Sache des Friedens und der Weltordnung geweiht. Seine Fähigkeit, sich aufzuopfern, ist fast legendär. Sein Name wird einen hervorragenden Platz unter den Friedensstiftern der Geschichte einnehmen."

Zwei Monate nach seinem Tod kam das Nobelpreiskomitee des norwegischen Stortings überein, Dag Hammarsköld mit dem Friedenspreis 1961 auszuzeichnen.

Dag Hammarskjöld wurde beigesetzt im Dom zu Uppsala.

Die Namensgebung unserer Schule fand in einer eindrucksvollen Feierstunde am 10. März 1967 in der Aula statt. Der spätere Botschafter Sven Backlund, selbst Freund und Mitarbeiter Dag Hammarskjölds, hielt die Festrede.

In den damaligen Vorschriften zur Namensgebung wurde ein sinnvoller Bezug schulischer Arbeit zum gewählten Namen gefordert. Was 1967 nahe lag, an eine Staatengemeinschaft der Zukunft zu denken, die imstande ist, im Frieden miteinander zu leben, gilt unverändert fort.

 

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