UNTERRICHTSANGEBOT

Wahlpflichtkurs IV.1 mit theaterpädagogischem Schwerpunkt

Allgemeine Ziele:
Der "Wahlpflichtkurs IV.1" ist ein eigenständiges Fach im literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld. Der Schwerpunkt liegt im kreativen Handeln der Schülergruppe. Dieses Handeln geschieht prozess- und produktorientiert. Das Team, die Gruppe, das Ensemble ist das "Abenteuer", auf welches sich die Teilnehmer/innen sowie der Lehrer (Spielleiter) einlassen.
Das gemeinsame Ziel - die Präsentation bzw. die Aufführung - bedingt ein spezifisches Arbeits- und Gruppenverhalten und fordert demokratische Prozesse. Die Notwendigkeit zum Miteinander fördert sowohl den individuellen als auch den sozialen Bereich. Die Schüler/innen haben die Möglichkeit, sich in der gestalterischen Arbeit zu erproben.

Der theaterpädagogische Ansatz:
Im künstlerisch-ästhetischen Bereich lernen die Teilnehmer/innen ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten (Körper/Sinne) bewusst wahrzunehmen. Sie erproben theatrale Wirkungen im Bühnenraum mit Requisiten, Licht und anderen Wirkungsfaktoren und entwickeln die "Kunst des Zuschauens". In der Interaktion mit Personen und Objekten lernen sie den Umgang mit Konflikten und die Möglichkeit zu deren Bewältigung.

Die Theorie:
Die Auseinandersetzung mit ästhetischen Problemen (Inhalt und Form) schult die künstlerische Urteilskraft und entwickelt Stilsicherheit in der Formenvielfalt. Theatertheorien sowie historische und moderne Mittel der Darstellung werden projektbezogen vermittelt und kritisch hinterfragt. Theatertexte, Sekundärliteratur sowie Texte aus der Theaterwissenschaft werden in den Unterricht einbezogen.
Fächerübergreifender Unterricht bietet die Möglichkeit, andere Fächer zu integrieren. Alle Ausdrucksmöglichkeiten sind erwünscht, die theatral nutzbar sind. Eine Unterstützung durch Lehrer der Fächer Deutsch, Kunst u.a. ist sinnvoll.

Voraussetzungen und Stellung in der Stundentafel:
Der Kurs IV mit theaterpädagogischem Ansatz kann auf die Kenntnisse und Fähigkeiten zurückgreifen, die die Schüler/innen im Fach Deutsch erwerben. Im Lernbereich "Sprechen und Schreiben" können die Schüler/innen Rollenspiele entwickeln und reflektieren und Spielszenen zu einem kleinen Stück zusammenfügen.
Literarische Texte werden szenisch gelesen und interpretiert. Texte sollen als Muster für eigene Gestaltungsversuche genutzt werden (z.B. Bild/Zeichnung, Ton, Pantomime u.a.).
Durch praktisches Üben nehmen die Schüler/innen aktiv und kreativ am Prozess der Inszenierung teil.

Zu den theatralen Ausdrucksmöglichkeiten sind zu rechnen:
- Körperausdruck (Körpertraining)
- Sprachgestaltung (Atmung, Stimme, Bewegung)
- Bühnenraum (Kulissen)
- Licht
- Requisiten
- Kostüme
- Maske
- Musik, Klang, Geräusche
- andere Medien (Projektionen u.a.)

Mit diesen Ausdrucksmöglichkeiten wird improvisiert und experimentiert, um zur spielerischen Erarbeitung einer Rolle/Figur hinzuführen.

Anregungen für eine fächerübergreifende Zusammenarbeit:
1. Zusammenarbeit mit dem Deutschunterricht
a. Die einzelnen Klassenstufen lesen eine gemeinsame Lektüre, die vom Kurs IV kreativ gestaltet wird.
b. Bildung eines gemeinsamen thematischen Schwerpunktes (z.B. Sucht, Gewalt u.a.)

2. Zusammenarbeit mit dem Kunstunterricht
a. Entwürfe von Bühnenbildern und Realisation
b. Kulissenbau
c. Illustrationen (Plakatentwürfe)
d. Masken, Plastiken, Figuren u.a.

3. Zusammenarbeit mit der Theater AG
Von der Lektüre im Deutschunterricht über die Gestaltungsansätze (z.B. Dramatisierung) im Kursunterricht zur Aufführung im großen Rahmen (Licht, Ton, Medien, Werbung u.a.)

Schultheater und professionelles Theater:
Der künstlerische Anspruch ist produktorientiert und unterliegt dem pädagogischen Ansatz. Dieser leitet sich aus dem Arbeitsprozess und seinen sozialen und fachlichen Zielen ab. Der Kontakt zu professionellen Bühnen kann hilfreich sein und sollte Anregung für den Gestaltungsprozess bieten.

 

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